von Matthias Premke-Kraus
Das Medienecho in Deutschland zur 10. Vertragsstaatenkonferenz des Ăśbereinkommens ĂĽber die biologische Vielfalt ist bisher eher verhalten, zumindest was die Printmedien angeht. Kein Wunder – sind doch die Ergebnisse nach gut einer Woche Verhandlungen von auĂźen betrachtet noch kaum wahrnehmbar. Die letzte Eintragung auf der COP 10-Webseite des Sekretariats fĂĽr die CBD ist vom 18.10.2010 datiert.
Eine Ausnahme macht die Redaktion (oder besser die Redaktionen) des online Portals „Welt Online“, zu der neben der Online-Ausgabe der Zeitung „Die Welt“ auch „Welt Kompakt“ und die WAS (Welt am Sonntag) gehört. Sucht man dort unter dem Stichwort „Biodiversität“, bekommt man so viele aktuelle Treffer wie sonst in keiner anderen deutschsprachigen Zeitung (vergleicht man das Medienecho hierzulande mit der englischsprachigen Medienwelt, so ist an erster Stelle der Guardian zu nennen, der eine hervorragende Berichterstattung zum Thema hat).
Dies ist natürlich zu begrüßen, obwohl sich bei näherem Hinsehen die Redakteure überhaupt nicht einig sind (ähnlich wie bei der Wochenzeitung „Die Zeit“ werden ja die Redaktionen immer inhomogener und als Leser wundert man sich manchmal, was da noch zusammenhält).
Bei der Welt online beklagt sich der eine Beitrag beispielsweise darüber, dass „die seltenen Tiere ständig als Fortschrittsbremse benutzt werden“ und „ es daher nur eine Frage der Zeit ist, bis der Naturschutz insgesamt in Frage gestellt wird“. Hier sei nur kurz darauf verwiesen, dass der NABU dieses Jahr seinen 111. Geburtstag feiert und im übrigen immer noch steigende Mitgliederzuwächse hat. Oder es sei verwiesen auf die Arbeit der Stiftung Naturschutzgeschichte, die die lange Tradition der deutschen Naturschutzarbeit aufarbeitet.
Da liest sich ein Gastbeitrag des renommierten Direktors des Royal Botanic Gardens, Stephen Hopper, schon besser, der im Grunde genommen ein tiefgründiges Pamphlet ist für die Erhaltung und den Schutz der Artenvielfalt und unserer natürlichen Ressourcen ist, weil die „Artenvielfalt für uns überlebenswichtig“ ist.
Wie auch immer, eine Berichterstattung wie in der Welt online wünscht man sich auch in anderen Zeitungen und es soll deswegen hiermit darauf hingewiesen sein.
Eine Auswahl weiterer jĂĽngst erschienener Artikel rund um COP 10 finden Sie hier:
Welt online vom 27.10.2010: „Artenvielfalt ist extrem gefährdet“
Die Welt vom 19.10.2007: „Nachdenken über die Zukunft der Arten“
Der Tagesspiegel vom 18.10.2010: „Die letzten ihrer Art“
Spiegel Online vom 18.10.2010. „Naturschützer fürchten Gipfel-Fiasko“
Der Tagesspiegel vom 04.09.2010: „Bedrohte Vielfalt“