VIELFALTER-BLOG

Uno-Gipfel in Nagoya – ArtenschĂĽtzer feiern Gipfel-Durchbruch

Es sind gute Nachrichten für den Umweltschutz: Das Uno-Gipfeltreffen im Nagoya ist mit einer umfassenden Einigung zu Ende gegangen. Arme Länder sollen für die Nutzung ihres biologischen Reichtums entschädigt werden. Auch weitreichende Maßnahmen zum Schutz der Artenvielfalt wurden beschlossen.

> im Spiegel-Online Originalartikel weiterlesen (vom 29.19.10, MEZ abends, Christian Schwägerl aus Nagoya)

(eingestellt von R. Leinfelder)

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Nachtrag vom 30.10.10:

> Ausführlicher Kommentar zur Bedeutung und zu den Inhalten des Nagoya-Abschlusses von Christian Schwägerl vom 30.10.10

> Auswahl weiterer Presseartikel aus der Entscheidungsnacht (Einträge -30.10.10): http://twitter.com/rleinf

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Kleine Medienschau zur COP 10

von Matthias Premke-Kraus

Das Medienecho in Deutschland zur 10. Vertragsstaatenkonferenz des Ăśbereinkommens ĂĽber die biologische Vielfalt ist bisher eher verhalten, zumindest was die Printmedien angeht. Kein Wunder – sind doch die Ergebnisse nach gut einer Woche Verhandlungen von auĂźen betrachtet noch kaum wahrnehmbar. Die letzte Eintragung auf der COP 10-Webseite des Sekretariats fĂĽr die CBD ist vom 18.10.2010 datiert.

Eine Ausnahme macht die Redaktion (oder besser die Redaktionen) des online Portals „Welt Online“, zu der neben der Online-Ausgabe der Zeitung „Die Welt“ auch „Welt Kompakt“ und die WAS (Welt am Sonntag) gehört. Sucht man dort unter dem Stichwort „Biodiversität“, bekommt man so viele aktuelle Treffer wie sonst in keiner anderen deutschsprachigen Zeitung (vergleicht man das Medienecho hierzulande mit der englischsprachigen Medienwelt, so ist an erster Stelle der Guardian zu nennen, der eine hervorragende Berichterstattung zum Thema hat).

Dies ist natürlich zu begrüßen, obwohl sich bei näherem Hinsehen die Redakteure überhaupt nicht einig sind (ähnlich wie bei der Wochenzeitung „Die Zeit“ werden ja die Redaktionen immer inhomogener und als Leser wundert man sich manchmal, was da noch zusammenhält).

Bei der Welt online beklagt sich der eine Beitrag beispielsweise darüber, dass „die seltenen Tiere ständig als Fortschrittsbremse benutzt werden“ und „ es daher nur eine Frage der Zeit ist, bis der Naturschutz insgesamt in Frage gestellt wird“. Hier sei nur kurz darauf verwiesen, dass der NABU dieses Jahr seinen 111. Geburtstag feiert und im übrigen immer noch steigende Mitgliederzuwächse hat. Oder es sei verwiesen auf die Arbeit der Stiftung Naturschutzgeschichte, die die lange Tradition der deutschen Naturschutzarbeit aufarbeitet.

Da liest sich ein Gastbeitrag des renommierten Direktors des Royal Botanic Gardens, Stephen Hopper, schon besser, der im Grunde genommen ein tiefgründiges Pamphlet ist für die Erhaltung und den Schutz der Artenvielfalt und unserer natürlichen Ressourcen ist, weil die „Artenvielfalt für uns überlebenswichtig“ ist.

Wie auch immer, eine Berichterstattung wie in der Welt online wünscht man sich auch in anderen Zeitungen  und es soll deswegen hiermit darauf hingewiesen sein.

Eine Auswahl weiterer jĂĽngst erschienener Artikel rund um COP 10 finden Sie hier:

Welt online vom 27.10.2010: „Artenvielfalt ist extrem gefährdet“

Die Welt vom 19.10.2007: „Nachdenken über die Zukunft der Arten“

Der Tagesspiegel vom 18.10.2010: „Die letzten ihrer Art“

Spiegel Online vom 18.10.2010. „Naturschützer fürchten Gipfel-Fiasko“

Der Tagesspiegel vom 04.09.2010: „Bedrohte Vielfalt“

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Schlechte Zeiten für Meerestiere – Profit geht vor Artenschutz

Ein Kommentar zur CITES-Konferenz zum Washingtoner Artenschutzabkommen in Doha, Katar

Von Georg HeiĂź und Reinhold Leinfelder

Bei der Generalversammlung der Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutzabkommens (Cites) hatten Haie, Thunfische und Korallen schlechte Karten: Die meisten Anträge auf Handelsbeschränkungen zum Schutz von Rotem Thun und mehreren Haiarten fanden nicht die erforderliche 2/3-Mehrheit, die nötig wäre, um den Handel mit diesen Arten zu kontrollieren. Ein von Deutschland eingebrachter Antrag, den Handel mit Heringshaien zu kontrollieren wurde zuerst angenommen, auf der Abschlusskonferenz doch noch gekippt. Dass Hammerhai, Weißspitzenhai, Dornhai (Schillerlocken) und der Rote Thunfisch nicht geschützt wurden ist schlichtweg nicht akzeptabel. Japan, Südkorea und China lagern riesige Bestände Roten Thunfisch bei minus 70° C. Die Konzerne, allen voran Mitsubishi kontrollieren mit diesen Beständen den Einkaufspreis bei den Fischern. Und wenn die Bestände kollabieren, sitzen die Konzerne auf einer Art Fort Knox. (Quelle). Und dass der Schutz des ebenfalls stark überfischten Heringshai zuerst durch die Konferenz beschlossen wurde, dies jedoch auf der Abschlusskonferenz dann doch noch verhindert wurde, ist ebenfalls nicht nachvollziehbar.

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